In einem Zivilprozess werden Nordkorea und die Lazarus-Gruppe beschuldigt, den Diebstahl in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar orchestriert zu haben. Gleichzeitig unterstützt eine gerichtlich angeordnete Einfrierung von Vermögenswerten die Rückgewinnungsbemühungen und Bybit baut die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden und Partnern aus der Branche aus, um die Rechenschaftspflicht bei Cyberkriminalität im Zusammenhang mit Kryptowährungen zu stärken.
DUBAI, VAE, 9. August 2026 /PRNewswire/ -- Bybit, die nach Handelsvolumen zweitgrößte Kryptowährungsbörse der Welt, gab heute bekannt, dass sie beim US-Bezirksgericht für den District of Columbia eine Zivilklage gegen die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK), ihr „Reconnaissance General Bureau" (RGB) sowie gegen die Lazarus-Gruppe erhoben hat, die von den US-Behörden als die mit der DVRK verbundene Hackergruppe identifiziert wurde, die für den Cyberangriff im Februar 2025 verantwortlich zeichnet.
Bybit hat zudem eine einstweilige Verfügung erwirkt, mit der die identifizierten gestohlenen Vermögenswerte eingefroren werden, die sich im Besitz der nicht identifizierten Personen und Organisationen befinden, die diese Gelder halten oder transferieren und in dem Verfahren als „John Doe"-Beklagte bezeichnet werden. Die Verfügung zielt darauf ab, die identifizierten gestohlenen digitalen Vermögenswerte während des laufenden Gerichtsverfahrens zu sichern. Sie stellt einen wichtigen Schritt in den fortlaufenden Bemühungen von Bybit dar, Gelder zurückzuerlangen, internationale strafrechtliche Ermittlungen zu unterstützen und die Rechenschaftspflicht bei großangelegter Cyberkriminalität zu stärken. Tatsächlich stellte das Gericht fest, dass „Bybit in seiner Klage Erfolgsaussichten in der Sache nachgewiesen hat".
Die Klage ist Teil einer umfassenderen Strategie, die Blockchain-Analysen, internationale Zusammenarbeit und gerichtliche Rechtsbehelfe kombiniert, um gegen die illegalen Akteure vorzugehen, die für das verantwortlich sind, was das Gericht bei der Erteilung der ersten einstweiligen Verfügung als „einen der größten Kryptowährungsdiebstähle der Geschichte" bezeichnete. Während strafrechtliche Ermittlungen weiterhin in die Zuständigkeit der staatlichen Behörden fallen, bieten Zivilverfahren eine zusätzliche Möglichkeit, Vermögenswerte zu sichern und die Interessen der betroffenen Beteiligten zu schützen.
„Unser Schwerpunkt hat sich nie geändert: Wir wollen in erster Linie unsere Nutzer schützen, so viel wie möglich wiederbeschaffen und sicherstellen, dass die Verantwortlichen hinter diesen Angriffen zur Rechenschaft gezogen werden", sagte Ben Zhou, Co-founder und CEO von Bybit. „Der Lazarus-Angriff war nicht nur ein Angriff auf Bybit. Er war ein Angriff auf das Vertrauen in unsere Branche. Deshalb haben wir eng mit Ermittlern, Börsen, Aufsichtsbehörden, Strafverfolgungsbehörden und nun auch mit den Gerichten zusammengearbeitet. Wir hoffen, dass dies ein weiterer Schritt in Richtung eines Umfelds ist, in dem Kriminelle im Kryptobereich deutlich weniger Spielraum haben und das für alle anderen ein deutlich sichererer Ort wird."
Stärkung der Rechenschaftspflicht durch gerichtliche Schritte
Die einstweilige Verfügung untersagt die Übertragung oder Veräußerung bestimmter, mit dem Fall in Zusammenhang stehender Vermögenswerte, solange das Gerichtsverfahren andauert. Bybit beabsichtigt, im weiteren Verlauf des Verfahrens weitere gerichtliche Rechtsbehelfe zu beantragen.
Die Zivilklage wird unabhängig von den laufenden strafrechtlichen Ermittlungen der US-Strafverfolgungsbehörden angestrengt. Bybit arbeitet weiterhin eng mit den zuständigen Behörden, darunter dem FBI, zusammen und stellt ihnen Blockchain-Informationen sowie Ermittlungsergebnisse zur Verfügung, die zur Unterstützung umfassenderer Strafverfolgungsmaßnahmen beitragen können.
Da digitale Vermögenswerte zunehmend zum Ziel ausgefeilter, grenzüberschreitender Cyberkriminalität werden, ist das Unternehmen der Ansicht, dass Rechtsbehelfe neben strafrechtlichen Maßnahmen eine wichtige Rolle dabei spielen können, wiedererlangbare Vermögenswerte zu sichern und die Rechenschaftspflicht zu stärken.
Globale Zusammenarbeit als Motor für die Rückgewinnung von Vermögenswerten
Seit dem Vorfall im Februar 2025 arbeitet Bybit mit Blockchain-Analyseunternehmen, Börsen, Verwahrstellen und internationalen Strafverfolgungsbehörden zusammen, um gestohlene Vermögenswerte aufzuspüren und Geldwäschenetzwerke zu zerschlagen.
Bisher:
Diese Bemühungen haben zudem umfassendere Durchsetzungsmaßnahmen unterstützt, die sich gegen Infrastruktur richten, die mutmaßlich zur Geldwäsche gestohlener Gelder genutzt wird. Die deutschen Behörden haben die Kryptowährungsbörse eXch zerschlagen, während deutsche und schweizerische Behörden später Cryptomixer.io lahmlegten und damit wichtige Kanäle für den Transfer illegaler Erlöse unterbanden. Zusammengenommen verdeutlichen diese Maßnahmen, wie wirksam die Zusammenarbeit zwischen der Privatwirtschaft und den Strafverfolgungsbehörden bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Cyberkriminalität ist.
„Die eigentliche Bewährungsprobe kommt erst nach der Krise", fügte Ben hinzu. „Dann zeigt sich, ob dein Engagement echt ist. Für uns bedeutet das, unsere Sicherheitsmaßnahmen weiter zu verstärken, eng mit Ermittlungsbehörden und Partnern aus der Branche zusammenzuarbeiten und alles in unserer Macht stehende zu tun, um unsere Nutzer zu schützen. Vertrauen ist nichts, was man für sich beanspruchen kann. Man muss es sich durch Taten verdienen, jeden einzelnen Tag."
Aufbau eines widerstandsfähigeren Ökosystems für digitale Vermögenswerte
Die Gerichtsverfahren sind ein Bestandteil des umfassenden Engagements von Bybit für die Verbesserung der Sicherheitsstandards in der gesamten Kryptowährungsbranche. Das Unternehmen investiert weiterhin in fortschrittliche Blockchain-Analyselösungen, vertieft die Zusammenarbeit mit Börsen und Aufsichtsbehörden und unterstützt Initiativen, die darauf abzielen, den Diebstahl digitaler Vermögenswerte für kriminelle Organisationen zunehmend schwieriger, nachverfolgbarer und aufwendiger zu machen.
Diese Maßnahme spiegelt das Engagement von Bybit wider, staatlich geförderte Bedrohungsakteure zur Rechenschaft zu ziehen und alle verfügbaren rechtlichen Mittel – sowohl zivilrechtlich als auch in Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden – zu nutzen, um Cyberkriminalität gegen die Branche der digitalen Vermögenswerte zu bekämpfen.
Das Zivilverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Bybit wird weiterhin mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten und, soweit vom Gericht genehmigt, aktuelle Informationen bereitstellen.
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Silicon Saxony schärft sein Profil als europäischer Technologiestandort – und setzt dabei zunehmend auf hochspezialisierte Anwendungen. Mit dem Zukunftscluster SEMECO (Secure Medical Microsystems and Communications) startet in Dresden die zweite Förderphase für medizinische Halbleiter, während die sächsische Halbleiter- und Softwarebranche trotz schwacher Konjunktur weiter Beschäftigung aufbaut. Branchenangaben zufolge ist die Zahl der Jobs in diesem Ökosystem binnen eines Jahres um 1.500 auf rund 82.500 zum Stichtag 30. September 2025 gestiegen, ein Plus von knapp zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.
SEMECO entwickelt medizinische Halbleiter als Schlüsseltechnologie für sichere, vernetzte und intelligente Medizintechnik. Für die kommenden drei Jahre erhält der Cluster im Rahmen der Clusters4Future-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bis zu 15 Millionen Euro Fördermittel. Der Freistaat Sachsen begleitet das Bündnis seit Beginn und unterstützt zusätzliche regionale Forschungs- und Entwicklungsprojekte über die EFRE-Technologieförderung 2021 bis 2027. Seine aktuellen Entwicklungen präsentiert SEMECO auf den Silicon Saxony Days, die vom 15. bis 17. Juni 2026 in Dresden stattfinden sollen.
In der zweiten Förderphase richtet SEMECO den Fokus stärker auf standardisierbare medizinische Halbleiterplattformen und deren Transfer in industrielle und klinische Anwendungen. Die spezialisierten Mikrosysteme bündeln Sensorik, Datenverarbeitung, sichere Kommunikation und KI-gestützte Funktionen, zugeschnitten auf Anforderungen der Medizintechnik. Auf Basis eines modularen Plattformansatzes entstehen kombinierbare Halbleiter-, Elektronik- und Softwarekomponenten, die sich sicher integrieren und schrittweise weiterentwickeln lassen. KI-gestützte Methoden sollen zudem Zertifizierung und Zulassung unterstützen und damit den Technologietransfer in die medizinische Praxis beschleunigen – von tragbaren Ultraschallgeräten und intelligenten Vitaldatensensoren bis zu Kommunikationsimplantaten für Menschen mit eingeschränktem Hör- und Sprachvermögen.
Parallel dazu sieht der Branchenverband Silicon Saxony den gesamten Standort vor einer neuen Wachstumsphase. Das jüngste Beschäftigungsplus verteilt sich nach Verbandsangaben nahezu gleichmäßig auf Halbleiterindustrie und Softwarebranche. Die Investitionen der vergangenen Jahre entfalteten zunehmend Wirkung, sagte Frank Schönefeld, Vorsitzender des Präsidiums von Silicon Saxony. Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlich schwachen Lage unterstreiche die Entwicklung die langfristige Attraktivität des Standorts. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von großen Fabrikprojekten bis zu mittelständischen Zulieferern für Reinraum- und Fabrikinfrastruktur, Spezialgase, Chemikalienversorgung und Messtechnik – rechnet der Cluster mit zusätzlichen Impulsen durch Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und technologische Souveränität. Die Prognose von mehr als 100.000 Beschäftigten bis zum Ende des Jahrzehnts bleibt aus Sicht des Verbands unverändert bestehen.