Pressemitteilung: ICANN kündigt nächste große Sicherheitsaktualisierung für das Internet an

20.05.2026

LOS ANGELES, 20. Mai 2026 /PRNewswire/ -- Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) gab heute bekannt, dass sie plant, den Vertrauensanker für das Domain Name System (DNS) am 11. Oktober 2026 zu ändern. Diese als Rollover bezeichnete Änderung ist ein wichtiger Schritt, um die langfristige Sicherheit, Stabilität und Widerstandsfähigkeit des DNS zu gewährleisten.

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Der Vertrauensanker trägt offiziell die Bezeichnung Key Signing Key (KSK) für die Root-Zone der Domain Name System Security Extensions (DNSSEC). Der KSK ist der kryptografische Schlüssel im Kern des DNSSEC-Vertrauensankers und wird verwendet, um zu überprüfen, ob DNS-Antworten legitim sind und während der Übertragung nicht verändert wurden. DNSSEC trägt dazu bei, dass Internetnutzer beim Zugriff auf Websites und Online-Dienste authentische DNS-Daten erhalten. Beim Rollover-Prozess wird der aktuelle KSK durch einen neuen ersetzt, um starke kryptografische Sicherheitsmechanismen im gesamten globalen DNS aufrechtzuerhalten.

„Der Rollover des Vertrauensankers ist ein sorgfältig koordinierter Prozess, der dazu beiträgt, die Integrität des DNS zu schützen", sagte Kim Davies, Bereichsleiter für Dienste der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) und Präsident von Public Technical Identifiers (PTI). „Während die meisten Internetnutzer keine Änderung bemerken werden, sollten Betreiber von DNS-Software vor dem Rollover sicherstellen, dass ihre Systeme ordnungsgemäß so konfiguriert sind, dass sie dem neuen Schlüssel vertrauen."

ICANN verwaltet im Rahmen ihrer IANA-Funktionen die DNS-Root-Zone und koordiniert den Rollover in Zusammenarbeit mit Partnern aus der gesamten globalen Internetgemeinschaft. Um das Risiko von Störungen zu minimieren, veröffentlicht ICANN den neuen KSK weit im Voraus. Dadurch erhalten betroffene Betreiber ausreichend Zeit, Systeme zu aktualisieren und zu überprüfen, ob die Mechanismen zur automatischen Aktualisierung des Vertrauensankers korrekt funktionieren.

Der Rollover-Prozess folgt einem stufenweisen Umsetzungszeitplan, der 2024 begann und 2027 abgeschlossen sein wird. Während dieses Zeitraums bleiben sowohl der aktuelle als auch der neue KSK gültig. Dadurch erhalten rekursive Resolver – Systeme, die von Internetdienstanbietern, Unternehmen und anderen betrieben werden, um im Auftrag von Nutzern DNS-Informationen abzufragen und zu verifizieren – Zeit, den neuen Vertrauensanker zu übernehmen, bevor der neue KSK im Oktober 2026 mit der Signierung der Root-Zone beginnt und der alte Schlüssel im Januar 2027 außer Betrieb genommen wird.

Betreiber, die validierende rekursive Resolver einsetzen, insbesondere solche mit manuell konfigurierten Vertrauensankern oder älterer Software, sollten ihre Systeme überprüfen und sicherstellen, dass sie für den Rollover bereit sind. Wenn die Systeme nicht aktualisiert werden, kann es nach dem Rollover-Datum zu Fehlern bei der DNS-Auflösung kommen.

Weitere Informationen zum KSK-Rollover, einschließlich betrieblicher Leitlinien und technischer Ressourcen, finden Sie auf der ICANN-Informationsseite zum KSK-Rollover.

Informationen zu ICANN

Die Aufgabe von ICANN besteht darin, ein stabiles, sicheres und einheitliches globales Internet zu unterstützen. Um eine andere Person im Internet zu erreichen, müssen Sie eine Adresse – einen Namen oder eine Nummer – in Ihren Computer oder ein anderes Gerät eingeben. Diese Adresse muss eindeutig sein, damit Computer wissen, wo sie einander finden können. ICANN hilft dabei, diese eindeutigen Kennungen weltweit zu koordinieren und zu unterstützen. ICANN wurde 1998 als gemeinnützige Körperschaft im öffentlichen Interesse mit einer Gemeinschaft von Beteiligten aus aller Welt gegründet. Weitere Informationen finden Sie auf der Website von ICANN.

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Oberleitungsdefekt bei Bardowick bringt ICE-Verkehr durcheinander

04.05.2026

Ein gerissener Fahrdraht hat am Mittag den Bahnverkehr im Norden Deutschlands erheblich beeinträchtigt. Nahe Bardowick bei Lüneburg prallte ein ICE auf dem Weg von Hamburg nach München gegen eine herunterhängende Oberleitung. In dem betroffenen Zug, dem ICE 589, sitzen nach Angaben der Bundespolizei rund 460 Reisende fest. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.

Nach ersten Ermittlungen bemerkte der Lokführer etwa 500 Meter nordwestlich des Bahnhofs Bardowick auf Höhe der Straße Witwenkamp, dass die Oberleitung in den Fahrbereich ragte, und leitete umgehend eine Vollbremsung ein. Da die Oberleitung unter einer Spannung von etwa 15.000 Volt steht, besteht nach Einschätzung einer Sprecherin der Deutschen Bahn potenziell Lebensgefahr im unmittelbaren Bereich des Schadens. Die Passagiere sollen über einen anderen Zug evakuiert werden; wie lange dies dauern wird, ist laut Bundespolizei noch unklar.

Der Vorfall führt im Fernverkehr auf der wichtigen Nord-Süd-Achse zu erheblichen Störungen. Züge zwischen Hamburg und Berlin werden aktuell über Hannover umgeleitet, was zu längeren Fahrzeiten und Verspätungen führt. Auch der Regionalverkehr ist betroffen: Die Metronom-Linien RE3 und RB31 verzeichnen auf der Strecke Hamburg–Lüneburg–Uelzen massive Verspätungen und Teilausfälle. Zur Entlastung wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Die Ursache für den Oberleitungsschaden ist bislang ungeklärt. Spezialteams der Bahn und Einsatzkräfte der Bundespolizei sind vor Ort, um die Lage zu sichern und die Evakuierung der Fahrgäste vorzubereiten. Reisende werden gebeten, sich vor Fahrtantritt über aktuelle Abfahrts- und Ankunftszeiten zu informieren und mehr Zeit für ihre Verbindungen einzuplanen.