Tinnitus Quest gewinnt an Fahrt: Oxford-Studie, neue Förderrunde und zweiter Tinnitus-Hackathon

17.06.2026

OXFORD, England, 17. Juni 2026 /PRNewswire/ -- Tinnitus Quest, eine internationale, patientengetriebene gemeinnützige Organisation, die sich der Beschleunigung der Forschung nach Behandlungen zur Stummschaltung, also der Heilung von Tinnitus widmet, hat heute die Eröffnung einer neuen Förderrunde bekannt gegeben. Ziel ist es, kühne, innovative Ideen zur Bekämpfung von Tinnitus zu entdecken.

Die Förderrunde baut auf dem Schwung auf, den Tinnitus Quests erstes vergebenes Stipendium erzeugt hat: eine 230.000-Dollar-Studie an der Universität Oxford, die untersucht, ob transkranielle Ultraschallstimulation (TUS) Tinnitus lindern kann, indem sie auf tiefe Hirnregionen abzielt, die an der Entstehung des Phantomgeräuschs beteiligt sind.

Unter der Leitung von Professor Robin Cleveland, Direktor des Instituts für Biomedizinische Technik in Oxford, untersucht das Projekt, ob TUS neuronale Schaltkreise modulieren kann, die mit Tinnitus assoziiert sind, und welche Hirnziele sowie Stimulationsmuster am wirksamsten sind, um die Tinnituslautstärke zu reduzieren.

Tiefe Hirnstimulation hat vielversprechende Tinnitus-Reduktionen gezeigt, erfordert jedoch einen invasiven neurochirurgischen Eingriff. Die Oxford-Studie würde, bei Erfolg, eine nicht-invasive Alternative bieten, die sicherer und skalierbarer ist.

Im Rahmen der neuen Förderrunde sucht Tinnitus Quest nach weiteren und dabei noch kreativeren Ansätzen zur Entwicklung wirksamer Tinnitus-Behandlungen und bietet außerdem im Namen von Hyperacusis Research Ltd. ein Hyperakusis-Grant an. Besonders gefördert werden die Umwidmung von Medikamenten und Geräten; die Anpassung bestehender Behandlungen könnte die Entwicklungskosten erheblich senken und den Weg zum Markt verkürzen.

Die legendäre Sängerin und Schauspielerin Barbra Streisand sagte:

„Tinnitus Quest gibt Menschen, die betroffen sind, Hoffnung. Sie treiben die Forschung voran und schaffen dringend benötigtes Bewusstsein — deshalb unterstütze ich gerne ihre Mission und Forschung."

Die Barbra Streisand Foundation hat letztes Jahr 10.000 Dollar gespendet, um die Arbeit von Tinnitus Quest voranzubringen.

Tinnitus betrifft Hunderte von Millionen Menschen weltweit und kann zu erheblichen Schlafstörungen, Angstzuständen und einer verminderten Lebensqualität führen, doch wirksame Behandlungen sind nach wie vor begrenzt.

„In einem Bereich, der nach wie vor stark unterfinanziert ist, hat unser erstes Grant gezeigt , dass vielversprechende Ideen existieren. Jetzt wollen wir eine Pipeline noch innovativerer Ansätze aufdecken, die uns der Stummschaltung von Tinnitus näherbringen können", sagte Hazel Goedhart, Mitbegründerin von Tinnitus Quest.

Tinnitus Quest kündigte außerdem an, die zweite Ausgabe seines Tinnitus-Hackathons vom 27.–29. Oktober in Dallas, Texas, zu veranstalten. Dabei werden führende Forscher, Patientenvertreter und Branchenvertreter für zwei Tage intensiver Diskussionen zusammenkommen, mit dem Ziel, umsetzbare Pläne zur Beschleunigung des Fortschritts in der Tinnitus-Forschung in den nächsten 2–3 Jahren zu erarbeiten.

Über Tinnitus Quest

Tinnitus Quest ist eine gemeinnützige Organisation gemäß 501(c)(3), geleitet von Patienten und Forschern, die sich der Förderung von „hochrisikoreicher, hochertragreicher" Wissenschaft widmet, die nötig ist, um Tinnitus zum Schweigen zu bringen. Wir bauen eine Bewegung auf, die die Forschung vorantreibt und Millionen von betroffenen Menschen Hoffnung bringt.

Mehr erfahren und der „quiet revolution" beitreten unter https://tinnitusquest.com/

Kontaktinformationen

Tinnitus Quest Verein e.V.

Humboldtstr. 6

65189 Wiesbaden

Für Medienanfragen oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Hazel Goedhart, Vorstandsmitglied, media@tinnitusquest.com, +1 (350) 200-0300.

Tinnitus Quest Inaugural Grant

Tinnitus Quest Logo

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WIdO-Analyse: Prävention könnte Hunderttausende Demenzerkrankungen verhindern

15.06.2026

Die Zahl der Demenzerkrankungen in Deutschland könnte bis 2060 deutlich ansteigen und das Versorgungssystem spürbar unter Druck setzen. Nach neuen Prognosen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) dürfte die Zahl der Betroffenen bei weiter steigender Lebenserwartung von derzeit rund 1,3 Millionen auf bis zu 2,1 Millionen zunehmen. Grundlage der Berechnungen ist ein kleinräumiges Prognoseverfahren, das das Institut gemeinsam mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln entwickelt hat.

Die Analyse reicht hinunter bis auf die Ebene von 400 Kreisen und kreisfreien Städten und macht deutliche regionale Unterschiede sichtbar. Bereits 2020 lag der Anteil der Demenzkranken zwischen 1,0 Prozent in Tübingen und 2,6 Prozent in der brandenburgischen Prignitz. Für das Jahr 2060 erwarten die Forscher eine Spanne von 1,7 Prozent Demenzkranken in München bis zu 6,2 Prozent im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg. Besonders betroffen sind damit vor allem ländliche Regionen im Osten, die überdurchschnittlich altern.

Parallel zur wachsenden Zahl von Demenzfällen schrumpft der Pool potenzieller Pflege- und Betreuungspersonen im Erwerbsalter. Laut Studie kamen im Jahr 2020 rechnerisch noch 38 Menschen im erwerbsfähigen Alter auf einen Demenzfall. Bis 2060 dürfte dieses Verhältnis auf 21 Erwerbspersonen pro Fall sinken. Damit würden deutlich mehr Erkrankte von einer deutlich kleineren Zahl potenziell Erwerbstätiger versorgt werden müssen – mit entsprechenden Konsequenzen für Pflegeinfrastruktur, Kommunen und Sozialversicherungen.

Die Autoren der Studie betonen zugleich, dass der prognostizierte Anstieg nicht zwangsläufig ist. Nach heutigem wissenschaftlichem Stand lassen sich Demenzrisiken durch Prävention spürbar senken. Eine konsequentere Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes, der Verzicht auf Rauchen oder ein höheres Bildungsniveau könnten dazu beitragen, etwa die Hälfte der Neuerkrankungen zu vermeiden. In einem solchen Szenario würde sich die Zahl der Demenzfälle im Jahr 2060 nicht weiter erhöhen, sondern sich auf einem Niveau zwischen 1,3 und 1,5 Millionen stabilisieren. Die Spannbreite der Projektionen zeigt damit, wie stark der künftige Versorgungsdruck von heute eingeleiteten Präventionsstrategien abhängen dürfte.