
In Schwerin haben Katastrophenschützer am Wochenende ein groß angelegtes Waldbrand-Szenario auf munitionsbelastetem Gelände geprobt. Im Stadtteil Schelfwerder wurde ein Brand südlich des Paulsdamms simuliert – bei ausgeprägter Trockenheit, ungewöhnlich hohen Temperaturen und starkem Nordostwind. Das angenommene Feuer drohte sich in Richtung Kleingartenanlagen, Bootshäuser und städtische Bebauung auszubreiten, während der direkte Löschangriff im Wald wegen Munitionsresten als zu gefährlich galt.
Mehr als 120 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Deutschem Roten Kreuz (DRK), Landespolizei und Landesforst waren beteiligt. Die Führungskräfte entschieden sich im Szenario für eine sogenannte Riegelstellung zwischen Waldgebiet und Bebauung, um ein Übergreifen der Flammen auf Häuser, Kleingärten und Bootshäuser zu verhindern. Tanklöschfahrzeuge pendelten im Dauereinsatz, ein Wasserwerfer der Landespolizei verstärkte die Löschwasserversorgung, während das THW bis zu 15.000 Liter Wasser pro Minute direkt aus dem Schweriner See förderte.
Ein Schwerpunkt der Übung lag auf der Lageerkundung und Koordination. Eine Drohne des DRK lieferte Luftbilder, lokalisierte Glutnester und wies die Einheiten am Boden gezielt ein. Parallel wurden die Wasserentnahme aus dem Schweriner See und der Transport über lange Wegstrecken getestet. Kreisregner sicherten die Waldkante, um die angenommene Feuerfront auf Distanz zur Bebauung zu halten. Nach Angaben der Stadt sollten so Abläufe für den Ernstfall in schwer zugänglichen, munitionsbelasteten Bereichen überprüft und optimiert werden.
Für Anwohner und Verkehr brachte die Übung spürbare Einschränkungen mit sich. Drosselweg und Buchenweg samt Parkplätzen wurden zwischen 7.00 und 14.00 Uhr gesperrt, betroffen waren zudem das angrenzende Waldstück, der Bootshausverein Werderwiesen sowie die beiden Kleingartenvereine Schelfwerder und „Am Heidensee“. Die Stadt bat Bewohner, Kleingärtner und Bootshausbesitzer, Halteverbote und Durchfahrtsbeschränkungen zu beachten. Das Übungsszenario orientiert sich an realen Lagen wie den Waldbränden im munitionsbelasteten Gebiet bei Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim und soll als Blaupause für künftige, landesweite Einsätze dienen.

Der deutsche Glücksspielkonzern Merkur treibt seine Expansion in Nordamerika voran und will mittelfristig jedes Jahr mehrere Tausend Spielautomaten in die USA und nach Kanada liefern. Nach Angaben von Vorstandschef Lars Felderhoff verkauft das Unternehmen in diesem Jahr bereits 800 bis 1000 Geräte in die beiden Länder. Innerhalb von drei Jahren soll das Volumen auf jährlich 5000 Automaten steigen, anschließend strebt der Konzern weiteres Wachstum an.
Produziert werden die Geräte vollständig im Werk Lübbecke in der Nähe der Firmenzentrale im ostwestfälischen Espelkamp. Merkur, ehemals unter dem Namen Gauselmann firmierend und 2024 umbenannt, nutzt damit die eigene Fertigungsbasis in Deutschland, um den nordamerikanischen Markt zu bedienen. „Wir sind jetzt im amerikanischen Markt und wollen dort stark wachsen“, sagte Felderhoff.
Rückenwind für die Expansion bringt die Übernahme des US-Unternehmens Gaming Arts im vergangenen Jahr. Die in Las Vegas ansässige Firma mit rund 60 Beschäftigten entwickelt Geldspielgeräte, Bingo-Spiele sowie elektronische Tisch-Spiele. Künftig soll sich Gaming Arts vor allem auf Software konzentrieren, während die Hardware – die physischen Automaten – aus Ostwestfalen zugeliefert wird. In den USA wird die Zahl der vorhandenen Spielautomaten auf rund eine Million geschätzt, ein beträchtlicher Teil davon in Las Vegas.
Weltweit sind den Firmenangaben zufolge derzeit mehr als 100.000 Spielautomaten im Einsatz, die von Merkur hergestellt wurden und für die der Konzern weiterhin Mietzahlungen oder Umsatzbeteiligungen erhält. Mit der Ausweitung des Nordamerika-Geschäfts soll diese Zahl deutlich steigen. Felderhoff verweist dabei auf die veränderte Marktstruktur in den USA: Aus einst rund zehn Anbietern von Automaten seien nur noch drei wesentliche geblieben, die Vielfalt habe abgenommen. Viele Casino-Betreiber suchten daher nach zusätzlichen Lieferanten, um ihre Abhängigkeit von den großen etablierten Herstellern zu verringern – eine Lücke, in die Merkur nach eigener Darstellung gezielt stoßen will.