Europa-Börsen im Rebound-Modus – Anleger bleiben vor Wochenende vorsichtig

23.03.2026


Europas Aktienmärkte haben sich am Freitag von ihren heftigen Verlusten am Vortag erholt. Gestützt von einer Entspannung an den Energie- und Terminmärkten sowie vagen Hoffnungen auf ein schnelleres Ende des Kriegs im Nahen Osten legten die Leitindizes im frühen Handel zu. Der Euro-Stoxx-50 rückte in der ersten Handelsstunde um 0,86 Prozent auf 5.662 Punkte vor, der Dax gewann 0,85 Prozent auf 23.036 Zähler. In Wien stieg der ATX um 1,2 Prozent, auch der britische FTSE-100 notierte fester.

Am Donnerstag hatten Sorgen über eine weitere Eskalation im Nahen Osten die Ölpreise und in der Folge die Inflationserwartungen in die Höhe getrieben. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent war zeitweise über 119 US-Dollar geklettert und hatte damit eine Verkaufswelle an den Aktienmärkten ausgelöst. Mittlerweile kostet Brent mit 109 Dollar wieder deutlich weniger. Die Beruhigung an den Energie- und Gasmärkten nimmt etwas Druck von den Konjunkturängsten, auch wenn Anleger die Entwicklung weiterhin aufmerksam beobachten.

Zur verbesserten Stimmung trugen Äußerungen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu bei, die an den Märkten als Signal für ein möglicherweise schnelleres Kriegsende gewertet werden. Netanyahu sagte laut „Times of Israel“, der Iran sei schwächer denn je und könne kein Uran mehr anreichern sowie keine ballistischen Raketen mehr herstellen. Die Angriffe auf die Islamische Republik würden jedoch fortgesetzt, „so lange dies notwendig ist“. Trotz dieser Aussagen bleibt das Umfeld fragil: Je nach Nachrichtenlage aus der Region rechnen Marktteilnehmer im Tagesverlauf mit erneuten größeren Kursschwankungen.

Zusätzliche Volatilität bringt der sogenannte große Verfalltag. An diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktien und Aktienindizes aus. Rund um diesen Termin kommt es häufig zu spürbaren Marktbewegungen, weil Investoren Positionen schließen oder neu ausrichten. In den Sektorindizes holten vor allem Bank-, Reise- und Bauwerte Verluste vom Vortag auf, während Ölaktien nach dem Rückgang der Rohölnotierungen tendenziell unter Druck gerieten. Viele Anleger bleiben gleichwohl vorsichtig und neigen dazu, vor dem Wochenende Risiken zu reduzieren, um sich gegen mögliche negative Überraschungen aus dem Nahen Osten abzusichern.

Other news

Ernstfall-Szenario am Schelfwerder: Schwerin verknüpft Waldbrand- und Munitionsschutz

23.03.2026


In Schwerin haben Katastrophenschützer am Wochenende ein groß angelegtes Waldbrand-Szenario auf munitionsbelastetem Gelände geprobt. Im Stadtteil Schelfwerder wurde ein Brand südlich des Paulsdamms simuliert – bei ausgeprägter Trockenheit, ungewöhnlich hohen Temperaturen und starkem Nordostwind. Das angenommene Feuer drohte sich in Richtung Kleingartenanlagen, Bootshäuser und städtische Bebauung auszubreiten, während der direkte Löschangriff im Wald wegen Munitionsresten als zu gefährlich galt.

Mehr als 120 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Deutschem Roten Kreuz (DRK), Landespolizei und Landesforst waren beteiligt. Die Führungskräfte entschieden sich im Szenario für eine sogenannte Riegelstellung zwischen Waldgebiet und Bebauung, um ein Übergreifen der Flammen auf Häuser, Kleingärten und Bootshäuser zu verhindern. Tanklöschfahrzeuge pendelten im Dauereinsatz, ein Wasserwerfer der Landespolizei verstärkte die Löschwasserversorgung, während das THW bis zu 15.000 Liter Wasser pro Minute direkt aus dem Schweriner See förderte.

Ein Schwerpunkt der Übung lag auf der Lageerkundung und Koordination. Eine Drohne des DRK lieferte Luftbilder, lokalisierte Glutnester und wies die Einheiten am Boden gezielt ein. Parallel wurden die Wasserentnahme aus dem Schweriner See und der Transport über lange Wegstrecken getestet. Kreisregner sicherten die Waldkante, um die angenommene Feuerfront auf Distanz zur Bebauung zu halten. Nach Angaben der Stadt sollten so Abläufe für den Ernstfall in schwer zugänglichen, munitionsbelasteten Bereichen überprüft und optimiert werden.

Für Anwohner und Verkehr brachte die Übung spürbare Einschränkungen mit sich. Drosselweg und Buchenweg samt Parkplätzen wurden zwischen 7.00 und 14.00 Uhr gesperrt, betroffen waren zudem das angrenzende Waldstück, der Bootshausverein Werderwiesen sowie die beiden Kleingartenvereine Schelfwerder und „Am Heidensee“. Die Stadt bat Bewohner, Kleingärtner und Bootshausbesitzer, Halteverbote und Durchfahrtsbeschränkungen zu beachten. Das Übungsszenario orientiert sich an realen Lagen wie den Waldbränden im munitionsbelasteten Gebiet bei Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim und soll als Blaupause für künftige, landesweite Einsätze dienen.