Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in einer Rede an der renommierten Peking-Universität dazu aufgerufen, die regelbasierte internationale Ordnung sowie den freien Welthandel zu stärken. Der Besuch erfolgte anlässlich einer Ehrenprofessur, die die Universität dem deutschen Staatsoberhaupt verlieh. Steinmeier betonte dabei, dass Deutschland und Europa wirtschaftliche Beziehungen auf Augenhöhe anstreben und keine vollständige Abkopplung von China wünschen.
Ein zentraler Punkt der Rede war die Forderung nach einem Abbau wirtschaftlicher Ungleichgewichte. Steinmeier kritisierte, dass europäische Unternehmen oft nur kontrollierten Zugang zum chinesischen Markt erhalten, während staatlich subventionierte Exporte aus China in großen Mengen in europäische Märkte fließen. Er bezeichnete die Entscheidung Pekings, weniger Hybridautos zu exportieren, als ermutigendes Zeichen, forderte jedoch weitere Zugeständnisse in anderen Bereichen.
Gleichzeitig würdigte Steinmeier die rasante wirtschaftliche und technologische Entwicklung Chinas hin zu einer prägenden Weltmacht. Er verknüpfte diesen Aufstieg jedoch mit der Aussage, dass mit Größe und Macht eine große Verantwortung einhergehe. Die Europäer blickten zwar mit Wohlwollen auf diesen Prozess, knüpften dies jedoch an die Erwartung eines verantwortungsvollen Handelns auf der Weltbühne.
In Bezug auf internationale Konflikte, insbesondere den Krieg Russlands gegen die Ukraine, forderte Steinmeier China auf, seinen Einfluss als ständiges Mitglied des Sicherheitsrates zu nutzen. Er appellierte daran, gemeinsam darauf hinzuwirken, dass Russland seine Angriffe einstellt und Verhandlungen aufnimmt. Steinmeier argumentierte, dass lang anhaltende Konflikte die gesamte Weltwirtschaft und damit auch Chinas eigene Interessen an stabilen Lieferketten und freien Seewegen schwächen würden.





